Erst im Frühjahr hat mymuesli seine Pforten geöffnet, ohne Werbung. Bei Bloggern im Internet fand die Idee vom Müsli zum Selbermixen aber schnell Verbreitung, nach der Siegerkür bei enable2start stieg die Zahl der Medienberichte. All diese Aufmerksamkeit wirkte sich auch in Bestellungen aus, der Umsatz stieg rasant an. Die Zahlen im Einzelnen:
Einnahmen:
September: 35.000 €
Oktober: 73.392 €
November: 97.000 €
Gesamt: 205.392 €
Dem gegenüber stehen Ausgaben von 103.929 €, wobei mehr als die Hälfte davon im November anfiel.
Ausgaben:
September: 14.180 €
Oktober: 22.349 €
November: 67.400 €
Gesamt: 103.929 €
Der Grund für den deutlichen Anstieg der Kosten im November hat wesentlich mit dem Umzug in eine größere Lager- und Produktionsstätte zu tun. Das alte Lager war keine 40 Quadratmeter groß, dementsprechend gering war die Monatsmiete mit rund 300 €. Die neuen Lager- und Produktionsräume sind etwa fünf Mal so groß. Die Miete stieg beträchtlich, zudem kam im November zusätzlich die Miete für die alte Lagerstätte hinzu, da die Kündigungsfrist noch lief. Zudem fielen Einmalkosten für den Umzug an.
Auch die Personalkosten stiegen im November – auf etwa zehn Prozent der monatlichen Gesamtkosten. Das ist allerdings noch immer erstaunlich gering. Dass die Quote nicht höher war, liegt vor allem daran, dass Bessaus Gründerkollege Philipp Kraiss als Produktionsleiter agierte, mehr als 100 Stunden die Woche arbeitete und dafür keinen Gehalt bezog. Würde man für die Position eines Produktionsleiters ein kalkulatorisches Gehalt ansetzen, stiege der Anteil der Personalkosten nach Schätzung von Hubertus Bessau auf knapp 20 Prozent. Mymuesli sucht derzeit einen Produktionsleiter, womit dieser Kostenblock bald wohl tatsächlich ansteigen wird.
So wie Kraiss
haben auch Bessau und der dritte Gründer, Max Wittrock, in den Monaten
September bis November kein Gehalt bezogen. Sie lebten von
Ersparnissen. Um diesen versteckten Kosten zumindest im Ansatz gerecht
zu werden, haben wir bei den hier genannten Ausgaben pro Person und
Monat Lebenserhaltungskosten von jeweils 800 € einkalkuliert – diesen
Betrag wollen sich Bessau und seine Kollegen zukünftig auch als Gehalt
auszahlen – insgesamt also 7.200 €.
Mit Abstand größter Kostenblock von Mymuesli sind die Ausgaben für
Material und Rohstoffe, die im November etwa 60 Prozent der
Gesamtkosten ausmachten. Für Logistik und Versand fielen etwa 25
Prozent an.
Mit Schuldenmanagement mussten sich Hubertus Bessau und seine Kollegen derzeit nicht beschäftigen, denn der Schuldenstand lag am 30. November bei Null. Die Kapitalreserven liegen mittlerweile bei knapp 100.000 €.
© FTD enable – Thomas Clark
Quellen: Angaben von Hubertus Bessau, Auszüge des Geschäftskontos















